Britischen Wissenschaftlern ist es gelungen, Immunzellen so
umzuprogrammieren, dass sie nicht mehr den eigenen Körper attackieren. Auch
wenn sich die Forschung noch in einem frühen Stadium befindet, könnten die
Ergebnisse möglicherweise ein neuer Ansatz für die Behandlung von
Autoimmunerkrankungen sein, teilt der Berufsverband Deutscher Rheumatologen
(BDRh) mit.Schutz vor dem eigenen ImmunsystemImmunzellen durchlaufen
während ihrer Entwicklung einen Reifeprozess. Dabei werden die Zellen
aussortiert, die auf körpereigene Strukturen reagieren. Bei
Autoimmunerkrankungen, wie z.B. rheumatoider Arthritis oder Morbus
Bechterew, funktioniert unter anderem diese Auslese nicht mehr.
Infolgedessen bleiben Immunzellen übrig, die verschiedene Gewebetypen
angreifen und dort schwere Entzündungen hervorrufen können. Wissenschaftler
suchen deshalb schon lange nach Wegen, wie sie die Toleranz des
Immunsystems gegenüber dem eigenen Körper wieder herstellen können.Schäden
durch umprogrammierte Immunzellen verhindertForscher aus Cambridge konnten
nun Immunzellen von Mäusen genetisch so verändern, dass diese die
überschießende Immunreaktion gegen körpereigenes Gewebe stoppten (PLoS
Biology 2008; online veröffentlicht). Dazu versahen sie diese mit einem
genetischen Schalter, mit dem sie die aggressiven Entzündungs"-Zellen in
einen Zelltyp umwandelten, der die Immunantwort bremst. Mit dieser Technik
konnten die Wissenschaftler exakt die Immunzellen blockieren, die das
körpereigene Gewebe angreifen. In den so behandelten Mäusen kamen
arthritische Prozesse daraufhin zum Erliegen und bereits aufgetretene
Schäden besserten sich sogar wieder.Das Immunsystem derart gezielt zu
unterdrücken, war bis jetzt unmöglich. Das Problem ist, dass in den meisten
Fällen nicht bekannt ist, gegen welche Strukturen im Körper sich überaktive
Immunzellen genau richten. Bislang gibt es lediglich Medikamente, die das
Immunsystem nur unspezifisch dämpfen oder die Entzündungsreaktionen
unterdrücken. Die neuen Ergebnisse könnten daher ein wichtiger Fortschritt
auf dem Weg sein, das Immunsystem gezielt zu beeinflussen", sagt Prof. Jörn
Kekow vom BDRh. Allerdings seien die Erkenntnisse noch weit davon entfernt,
beim Menschen angewandt werden zu können. Ob Menschen mit einer
Autoimmunerkrankung eines Tages mit dieser Technik behandelt werden können,
ist noch offen", so Prof. Kekow. Zunächst müssten die neuen Erkenntnisse
auf den Menschen übertragen und dann die Wirkung sowie mögliche
Nebenwirkungen untersucht werden.
Friday, February 27, 2009
Subscribe to:
Post Comments (Atom)
0 comments:
Post a Comment